Über uns

Unsere Sippe

Unsere „keltisch-rätische Handwerkersippe“ möchte den interessierten Besuchern unseres Lagers das Leben und das Handwerk der Menschen der älteren Eisenzeit im gesamten Inntal näher bringen.

Durch die, nicht nur in der frühen Eisenzeit, wertvollen Handelsgüter, wie Bernstein, Koralle und verschiedene Erze, wurde unsere Neugier für „die Welt außerhalb des Inntals“ geweckt. Somit entstand ein reger Fernhandel in weit entferne Länder, deren Kulturen und Sprachen wir bemüht sind zu verstehen.
Aber auch wir wirken für andere Menschen fremdartig und so gilt es freundlich aufeinander zuzugehen und uns freundschaftlich auszutauschen. Denn wir wollen noch lange diese Handelsrouten bereisen, unsere Waren anpreisen und die benötigten Rohstoffe und Fertigprodukte mit zurück in unser Dorf nehmen.

Gehandelt wird hauptsächlich mit Salz, mit Eisen- und Bronzeerzeugnissen, sowie mit Eisenerz, Kupfererz und Produkten aus der Region. Das können so unterschiedliche Produkte wie Bienenwachs und Honigmet, Edelsteine wie Granate und Bergkristalle, Gold und Silber, seltene Kräuter und auch Pferde gewesen sein.

Als wichtigstes Handelserzeugnis im Alpenraum ist das Salz zu nennen, das den Grundstock unseres Reichtums bildet und sich aus dem Leben der Menschen in unserer Region und weit darüber hinaus nicht mehr wegdenken lässt. Wir verwenden es für unsere Ernährung, zur Konservierung von Fleisch und Fisch, zum Gerben von Fellen und zum Trennen des Goldes vom Silber. Doch nicht nur die Lebenden profitieren vom Salz, auch die Verstorbenen werden bis zu ihrer Bestattung, damit und mit anderen geheimen Rezepten, “haltbar“ gemacht.

Auf die überregionalen und weitreichenden Handelsbeziehungen entlang des Inns und bis weit über den Brenner hinaus, bis hin zu den Etruskern, begründet sich der Reichtum unserer Sippe.

Der durch unseren erfolgreichen Handel und unser Wissen erworbene Reichtum wird im Leben prunkvoll am Körper zur Schau getragen und auch dem Verstorbenen in einer Urne beigelegt. Während im Alpenvorland die Verstorbenen wieder vermehrt in Körpergräbern beerdigt werden, hält man entlang des Inns und im Alpenraum noch längere Zeit am Einäschern der Toten und Einlagern der Asche in Urnen fest. Auch werden oft die Asche und die Beigaben nur in losen Behältnissen, wie Säckchen oder Holzkästchen beigesetzt oder über einem festgelegten Areal verstreut.

Was diese frühen Menschen allerdings gedacht, gefühlt und bewegt hat, welche Götter sie anbeteten oder welchen Dialekt sie sprachen, können wir leider nicht vermitteln. Selbst die wenigen rätischen Schriftrelikte in einem etruskischen oder venetischen Alphabet, die im Inntal gefunden wurden, können uns nur wenig über diese Menschen vermitteln.

Und so fehlen uns oft die Kenntnisse und die Mittel, die wenigen Informationen so umzusetzen, um nicht Gefahr zu laufen, an den Funden vorbei zu interpretieren. Die Kenntnisse über bereits Bekanntes kann man sich im Laufe der Jahre aneignen, die Mittel können auch in gewissem Rahmen ausgeschöpft werden. Was sich jedoch noch in der Erde befindet, müsste an ausgesuchten Orten noch ergraben werden.
Einer dieser Orte befindet sich in Oberaudorf und eine Grabung könnte uns weiterhelfen, das unvollständige Bild dieser frühen Bewohner des Inntals von seiner Patina zu befreien. Denn hier kam es zum unmittelbaren Kontakt zweier Kulturen, den Kelten im Alpenvorland und den Rätern aus dem Alpenraum. Hier muss es einen regelrechten Gedanken- und Güteraustausch gegeben haben, von dem beide Kulturen über Jahrhunderte in friedlicher Absicht profitierten.

Die Umsetzung der Funde und Befunde für unsere Darstellung ist oft nicht ganz einfach, anhand der relativ wenigen “wissenschaftlich“ ausgegrabenen und publizierten Objekte im Inntal.
Meistens helfen uns darstellende Objekte in Museen und Fachbüchern, der Kontakt zu Spezialisten und Gleichgesinnten in Museen, in Foren und bei Veranstaltungen, um die Funde und Befunde in Konsens mit unserer heutigen Lebensweise zu bringen.

Oft schließen sich uns auch befreundete Menschen an, die mit uns ein paar schöne Tage im Lager verbringen möchten. Jeder findet an unserem Feuer einen Platz und wer gerne sein Handwerk oder eine andere Begabung zeigen möchte, ist bei uns immer willkommen.